Trier bei Naocht (TRIER by night)
(Text+Musik: Walter Liederschmitt)

Hei stiehn die, die ömmer hei stiehn on noch
gaor nöt esu flott haam giehn, wu de
Weinstand obbm Maort scho lang zu hat
’t ös hihr Aort, dat se nor maol wie obb grußer
Faohrt aweil dorch de Naocht hei giehn …

Ist das schwer zu verstehen? Eigentlich nicht. Oder? Hier stehen die, die immer hier stehen! Und noch gar nicht so schnell nach Hause gehen. Wo der Weinstand auf dem Markt schon zu hat – ist es ihre Art, dass sie nochmal wie auf großer Fahrt jetzt durch die Nacht hier ziehn…

Gieh’mer riewer oder stieh’mer liewer wu mer ömmer stiehn?
Gieh’mer möt iewer de Maort riewer? Göt et wat se siehn?
Gieh’mer riewer oder wat ös? - laosdert stiehn?

Gehn wir ’rüber - oder stehn wir lieber, wo wir immer stehn?
Gehn wir mit über den Markt ’rüber? Gibt’s da ’was zu sehn?
Gehen wir’rüber – oder was ist: Lasst ihr’s sein??

Jetzt stehn die, die immer kucken gehn, was wo los ist, da, wo sie doch noch ’was kriegen – Die gern mal auf die "andere Seite" (Wovon?) gehen – Wo 40 Heuschrecken (auf dem Brunnen unweit des Karl-Marx-Hauses) im Kreis gehn - außer einem, der dagegen angeht!

2,5 % der Bevölkerung also – 2500 Menschen – leben hier doch auch n bissjen "anders"…