Das Franz-Weissebach-Lied

(Text + Musik: Walter Liederschmitt)

Giehn eich neilich dorch de Pallastgaort
ös mir, als ging aan’n nao mir rufen
Leis o' loggend, off’n haamlich Aort
mötten ön d’r Naocht, lao bei de' Stufen

Richdich! lao kuckt e Gesiecht eraus
aus der Mauer - als ging et meich fobben
Frächt meich: "Wölls de villeicht aan’n aus?
Eich han noch n 21er Drobben!"

Dat Glöck leit off 'er griener Wiss
Wenns de deich bössi dummels, griss de't
graod su noch aom Schlawittchi gepackt!

Dat lao laossen eich mir nöt zwaimaol saon
weil möt Geisdern o' möt Naochtsgespensdern
han eich rejen Omgang on eich traon
als n Trauliecht ob de Kischefönsdern

E berühmd’n Dud’n wie de Franz
Weissebach ös fir meich nöt gestorwen
Dän ös wie e Pädder zu em Panz
Et best Onkraut ös noch nöt verdorwen

Dat Glöck leit off 'er griener Wiss
Wenns de deich bössi dummels, griss de't
graod su noch aom Schlawittchi gepackt!

Weissebach, dän e klaor Tesdament
19 - 100 - 17 aobgefaßt hat,
hatt' de Faxen döck: En hat geschännt,
dat mer hei de Preissen nie geschasst hat

Schulen haaße wei nao Hindebursch,
Friedrich Wilhelm, Auguste Victoria -
on e Weltkriech gieht ons dorch on dorch
Vaterlandsgeschrei möt Donner on Doria

Dat Glöck leit off 'er griener Wiss
Wenns de deich bössi dummels, griss de't
graod su noch aom Schlawittchi gepackt!

Wößt d’r, wat e mir verraoden hat?
"Jede waaß, eich ha’ lao mei’ Vermöjen -
Wein aus Kanzem on noch mieh - der Stadt
Trier vermaacht – on nöt denn’n ö Könen!

Doch Bedingung ös: öm Dudesfall
hei e Krematorium ze bauen!
Wu Milliune Mensche scho gefaal
o' verbrannt sein - dat todale Grauen!

Dat Glöck eit off 'er griener Wiss
Wenns de deich bössi dummels, griss de't
graod su noch aom Schlawittchi gepackt!

Sein se daofier awer doch ze feisch,
sollen se dat Geld da' meinetwejen
hollen, off däm Exerzierplatz gleich
noch e Pallastgaorden aonzelejen!

Dat de Barrasköbb, die et noch göt,
kaamaol mieh, wie aanst, lao driewer trambbeln -
Su han eich se dann doch drao'grieht, möt
meiner Schenkung: Laoßt de Baan elao bambbeln!"

"Le bonheur est dans le pré
Cours-y vite, cours-y vite
Le bonheur est dans le pré
Cours-y vite, il va filer."

(Grand merci à Paul Fort)

Das Wichtigste über Franz Weissebach
und den "Krematoriumswein" von 1921
s. Rudolf Gall in: Neues Trierisches Jb.
(NTJ) 1989, s. 87-91

Der Franz-Weissebach-Preis der Trierer Karnevalsprinzenzunft, benannt nach dem stadtbekannten Bonvivant F. W. (1860 - 1925), der der Stadt sein Vermögen inkl. einiger Fuder 21er Kanzemer Weines vermacht hatte, daß man davon ein Krematorium baue - daher auch: Krematoriumswein - wovon aber schließlich der Palastgarten neu angelegt wurde - dieser Preis der von allen guten Geistern verlassenen Trierer Narren wird alle Jahre wieder einem Mann aus der Branche "Eine Hand wäscht die and-" zugeschustert. So auch der Refrain unseres Chanxongs "Hajo & Hejo", die Preisträger von 1996 und 1994 betreffend (CD leiff, 2000). Wonach in 2000 ein Dritter im Bunde für diese Ehrung ausgekuckt wurde, der die Tradition seiner ins Kreuzfeuer der Kritik geratenen Vorgänger Hajo und Hejo fortzusetzen versprach: "Hänsjen Klein".

Inzwischen hat auch Bischof Reinhard Marx nach dem Maju-Medienpreis 2003 - OhMajusebetter! - den Franz-Weissebach-Preis der Trierer Prinzenzunft für seinen Schalk und sein soziales Engagement abgestaubt. Haha! (s. TV 10. Nov. 03) Ja sind die denn völlig belämmert?! Müssen wir jetzt über den Dollbohrer noch was an "Hajo - Hejo - Hänsjen Klein" dranhängen?... Und was Landrat Dr. Groß (CDU) betrifft: Er hat der iranischen Familie, die monatelang im Kirchenasyl in Heiligkreuz saß (Wir haben am 2. Mai 2003 dort ein Benefiz gespielt), bis auf Weiteres gestattet, in Saarburg zu wohnen; wie er auf öffentlichen Druck hin auch dem Mann aus Togo, der lange in der Antoniuskirche Asyl genoß und nun wieder als Bäcker/Konditor bei Razen TR Sichelstr. arbeitet, eine "Aufenthaltsbefugnis" erteilt hat (s. TV 10. 8. 02). Keine endgültige Erlaubnis! Das hängt ja letzten Endes doch vom Innen-ministerium in Mainz (SPD) ab. Aber wie christlich/demokratisch er doch sein kann, wenn er sein Herz für die Schwachen sprechen läßt. Super, Richard!

> Den neijen Holy Rock Song (neuere Liedertexte Nr. 19)

Alle Franz-Weissebach-Preisträger (seit 1988) auf einen Blick:

1988 Felix Zimmermann (CDU, OB Trier) s. Zitat, Trierer Venus (1984/96)
1989 Dr. Carl-Ludwig Wagner (CDU, OB Trier, Minister in Mainz)
1990 Manfred Maximini (UBM, Kürenzer Quetsche'kirmesgänger)
1991 Helmut Schröer (CDU, Kölscher Klüngel, langjähriger OB)
1992 Prof. Dr. Wolfgang Rauh (Kinderarzt)
1993 Rudolf Gall (Ex-Stadttheater-Verwaltung / Heimatforscher)
1994 Dr. Hermann-Josef Spital (Bischof i. R.) s. Holy Rock Song
1995 Prof. Dr. Jörg Hasler (Uni-Präsident)
1996 Hans-Joachim Doerfert (Caritas u.a.) s. Hajo & Hejo
1997 Bernd Gritzmacher (Ex-Eintrachtler, DJ im "Riverside")
1998 Rolf Mayer / Der Inh. des Resto Krokodil? Oder wer?
1999 Willi Koll, Dt.-ägypt. Hilfsorg. "Kleine Pyramide"
2000 Dr. Richard Groß (CDU, Landrat 1983-2005) s. HänsjenKlein
2001 Marianne Scheers (Inh. Modehaus Marx)
2002 Dr. Josef Peter Mertes (SPD, Präsident der ADD)
2003 Dr. Reinhard Marx (Ex-)Bischof v. TR, s. 1 Hand wäscht die and'
2004 Georg Bernarding (CDU, Bürgermeister/Dezernent)
2005 Peter Pries (Präs. d. „Arbeitsgem.“ Trierer Karneval)
2006 Helmut Leiendecker (MundartFolxRock-Kollege aus Trier)
2007 Malu Dreyer (SPD, Ministerin in MZ; verh. mit OB Jensen)
2008 Ingrid Kostka, Kinderhilfsorg. Trier&Umgeb./Kostka-Stiftung
2009 Schw. M. Elis.Mues, Generaloberin der Borromäerinnen/Mutterhaus
2010 Klaus Jensen (SPD, derzeitiger OB)
2011 Stephan Ackermann (derzeitiger Bischof) Noch so ein Dollbohrer!
2012 Dagmar Barzen, SPD, ADD-Präsidentin; vgl. Dr. Mertes (2002)